Dr.Hope -Makatsch: Hoffnungslos

Dr.Hope

 

Welch ein großer Stoff: der unbeirrbare Weg einer deutschen Ärztin, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Männerdomäne erobert. Sie wird Ärztin. Eine spannende Biografie in der Geschichte der Emanzipation. Zu besichtigen als groß angelegtes Fernsehspiel in zwei Teilen. In der Titelrolle Heike Makatsch, zuständig für Frauen-Lebensgeschichten. Was geboten wurde war indes eine filmische Erzählung ohne jede Spannung, chronologisch aufwändig dargeboten aber von der Qualität einer mühseligen Diashow. Fixiert auf die Hauptperson wurden Sequenzen ohne Hintergrund geboten. Die Zeitgeschichte, der historische Zusammenhang wurden völlig vernachlässigt. Wir erleben eine Kommilitonin von Hope, hören ihren Namen – Clara Zetkin – aber der Zuschauer erfährt nichts über ihre Bedeutung in der Geschichte, ebenso wenig wie über die politischen Umwälzungen in Europa. Hopes zweiter Mann, ihre große Liebe, reist zu politischen Beratungen der Arbeiterbewegung nach Russland, kehrt aus Minsk zurück und berichtet, die Menschen dort seien sehr arm aber außerordentlich herzlich. So gab es immer nur schöne Ausstattungsbilder, Heike Makatsch zwischen zwanzig und sechzig Jahren mit fabelhafter Maske, immer eine Powerfrau bis sie schließlich im koservativ katholischen München scheitert. Erst dort, in der Auseinandersetzung der progressiven Ärztin mit der Hebammenvereinigung erkennt der Zuschauer mehr von der gesellschaftlichen Situation. Ansonsten: ein tolles Thema verschenkt.  

Selten war Arte so langweilig, wie an diesem Abend. Das Dumme –auch das Erste wird uns so ermüden.

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